Albertus Magnus. Pilger des Herzens by Wilhelm Schmidtbonn

By Wilhelm Schmidtbonn

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Frauenpolitik in Familienhand?: Neue Verhältnisse in Konkurrenz, Autonomie oder Kooperation

Gegenwärtig ist ein enormer Aufschwung der Familienpolitik zu beobachten. Die Folgen des demographischen Wandels, die Notwendigkeit des Ausbaus von Kindertagesstätten, die Forderungen nach familienfreundlichen Bildungs- und Arbeitsbedingungen sind gleichermaßen Anlass für familienpolitische Debatten und die Etablierung entsprechender Initiativen und Angebote.

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Und es waren der Häuser noch mehr, die Albert wieder hell machte. Er, der Traumbefangene, Traumgefangene von früher, woher kam ihm diese Gabe? Ein Jahr war um, Albert hätte sich wohl fühlen können in dieser Stadt, wo alle ihm zugetan waren. Aber die Unruhe in seinem Blut, die er nicht mit Namen nennen konnte, nahm mit jeder Woche zu. Manch unwillkürliches Wort verriet den Zustand seiner Seele, die Schüler sahen ihn auf den gemeinsamen Wegen die Augen oft nach Westen richten. Dann wußten sie, daß er an den Rhein dachte.

Da fingen ferne Glocken zu läuten an, immer neue folgten, die Glocke des eigenen Klosters stimmte ein, bis alle 54 Kirchen Kölns ihren Schall zum Himmel sandten. Albert dachte an das Geläut der Herden im Gebirge, das er noch im Ohr hatte und das nun wie eine geringe Vorwegnah- 38 me war, Gottes in der Höhe doch auch nicht unwert. Aber was für ein gewaltiger Schall war das hier, die Mächtigkeit der Stadt fand ihren Ausdruck darin. Die Stadt, nun seine Heimat, sprach zu ihm, ja, wie bei den sieben Bergen gestern: wieder rief Gott selbst ihn an, der keinen seiner Söhne vergißt und sei es der geringste, ernst und freudig zugleich.

Es kam ihm zugute, daß sein früheres Leben auf Jagd und in der Natur ihn wetterfest gemacht hatte. In Erinnerung an die Gänge mit Meister Jordan vor die Tore Paduas, bat er den Prior um die Erlaubnis, mit den Novizen, die sich ihm anschlossen, zu gegenseitig belehrenden Gesprächen ins freie Feld zu gehen. Es wurde ihm erlaubt, weil der Hochmeister selbst ihm das Vorbild dazu gegeben hatte. Häufig saßen sie alle gemeinsam am Stromufer oder sie schritten in oft sich ändernder Reihe am Ufer entlang, am liebsten stromab.

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