Anspruch und Rechtfertigung: Eine Theorie des rechtlichen by Sophie Loidolt

By Sophie Loidolt

Anspruch und Rechtfertigung entwickelt eine phänomenologische Theorie des ‘rechtlichen Denkens’. Dabei handelt es sich um eine erste systematische Untersuchung derjenigen Bewusstseinsstrukturen, die ein Begründen, Ausweisen und Rechtfertigen überhaupt erst ermöglichen.

Die grundlegende Frage ist, wie Rechtsansprüche, die sowohl erkenntnistheoretischen als auch ethischen Urteilen inhärent sind, als ein Grundmerkmal des Erfahrens verstanden werden können. Die vorliegende those gibt eine genetische Antwort auf diese Frage. Sie führt den Rechtscharakter im Denken auf einen ursprünglichen Anspruch zurück, dem Bewusstsein im Erfahren immer schon ausgesetzt ist. Rechtliche Strukturen müssen daher als eine prädikative Antwort auf ein vorprädikatives Angesprochen-Sein begriffen werden.

Das vorliegende Buch untersucht sowohl den ethischen als auch den erkenntnistheoretischen Bereich, wobei Husserls genetische Phänomenologie in Erfahrung und Urteil den methodischen Hintergrund bildet. Es bietet außerdem eine neue und umfassende Lektüre von Husserls Schriften zur Ethik, sowie einen kritischen conversation mit der Alteritätsethik von Levinas und der Diskursethik Apels.

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Daf¨ur ist speziell der Rechtsakt zust¨andig: Er erfasst aktiv den normativen Zuspruch und transformiert bzw. aktualisiert ihn dadurch zu einem ,Recht’: einem ausgewiesenen Zuspruch durch eine Norm, die in Geltung gehalten wird. 36 Husserl spricht vom ,Ichstrahl’ als Ichzuwendung im Gegensatz zu rein passiven Abl¨aufen im Bewusstsein. Der Ichstrahl bezeichnet ein gewisses Interesse des Ich, das aktiv verfolgt und nicht passiven Assoziationen u¨ berlassen wird. die rechtspr¨adikation 45 b. Das Ausweisen eines Anspruchs: In diesem Fall kommt die Richtung des Interesses im Ichstrahl schon vom Substrat her, das (eventuell schon auf der passiven Ebene durch Affektion und Assoziation) einen ,Anspruch’ auf y ,erhebt’.

Auf intersubjektiv rechtfertigbare G¨ultigkeit von Normen im absoluten Sinn erhebt. 14 Damit gibt es ein u¨ bergreifendes Struktur- oder Prozesselement zwischen den verschiedenen Ebenen der Rechtfertigung (juristisch, politisch, moralisch), das ihren Zusammenhang deutlich macht. F¨ur den juristischen Rechtsbegriff ist die in ihm enthaltene Doppelgesichtigkeit (oder sein ,Doppelsinn’15 von einerseits heteronom gesetzter und 14 Habermas zeigt in Faktizit¨at und Geltung vor allem sehr deutlich, ,,daß prozeduralisiertes Recht und moralische Begr¨undung von Prinzipien aufeinander verweisen.

I. durch eine (Grund-)Norm ausgewiesen ist, ist ,Recht’, weil es durch sie ausgewiesen ist und daher Gem¨aßheit und Geltung hat. Damit erhalten wir den Oberbegriff oder Allgemeinbegriff ,Recht’ als alles, was der Grundnorm entspricht (parallel zum juristischen Allgemeinbegriff ,Recht’ als dem gesamten positiven normativen Korpus). Zusammenfassend kann festgestellt werden: Der Rechtsakt ist zuerst das ¨ Erfassen der Gem¨aßheit des Substrates an der Norm und dann die Ubertragung der Geltung der Norm auf das gem¨aße Substrat: Dadurch findet eine neue Sinnstiftung statt, n¨amlich die des Rechtssinns als ausgewiesene Gem¨aßheit am Gesollten bzw.

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